Skulpturenprojekt 2006     Organisation     Kontakt     Home
 A.Cigale, J.Pfeiffer, M.Kaun (Berlin) Jörg Lindenmaier (Berlin)
 Christian Aberle (Köln) Colette Copeland (Pennsylvania)
 Eva Keil (Paris) Tessa Knapp/ Jacob Kirkegaard (Köln/Kopenh.)
 Peter Simon (Köln) Nele Wohlatz (Karlsruhe)
 Michalea Schweiger (Berlin) Ulrike Flaig (Berlin)
 Christian Keinstar (Köln) Claude Lelouche (Paris)
 Georg Schütz (Köln)
 The Kills (London)
 Eva Teppe (Stuttgart) Jörg Lindenmaier (Berlin)
 Matthias Schwelm (Stuttgart) Jakub Dvorsky (Prag)
 Christian Aberle (Köln)
 Thorsten Hallscheidt



Alexander Cigale, Julia Pfeiffer, Malte Kaun (B): Metaphysik

Christian Aberle (Köln) | Titel: Areal


Eva Keil (Paris) | Titel: 12 Inches


 Peter Simon (Köln)| Titel: Erdbeere 03



Michalea Schweiger (Berlin) | Titel: Zurück in die Stadt von morgen

Christian Keinstar (Köln) | Titel: Liberty Enlightening the World (Videoperformance)

Georg Schütz (Köln) | Titel: The last Magnolia

Eva Teppe (Stuttgart) | Titel: 15 Metre


Christian Aberle (Köln) | Titel: Sloughi


Tessa Knapp/ Jacob Kirkegaard (Köln/Kopenhagen) Titel: Filament


Nele Wohlatz (Karlsruhe) Titel: Medea & Die Illegalen








Claude Lelouche (Paris) Titel: C‘était un rendez-vous




The Kills (London) Titel: No wow





Jakub Dvorsky (Prag) Titel: Plantage


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videoLAB: "Areale“
Videoprojekt mit fast 20 beteiligten Künstlern an zwei verschiedenen Orten kuratiert von Thorsten Hallscheidt

Freitag, 8. September
sculpture@CityNord videoLAB


Teil 1: ebene+14 (Mexikoring 15)
Beginn: 18 Uhr

Teil 2: Vattenfall, Gr. Konferenzsaal (Überseering 12)
Beginn: ca. 20:30 Uhr
Ende: ca. 22:30 Uhr

Thorsten Hallscheidt hat verschiedene Videokünstler eingeladen, die den öffentlichen Raum sehr unterschiedlich interpretieren: Manchmal skurril, manchmal realistisch, konzeptuell, experimentell, phantastisch, bedrohlich, teilweise auch überfordernd und schrill. Pop, Kitsch, dokumentarische oder performative Ansätze sind mit von der Partie. Diese Beiträge werden von Hallscheidt an zwei verschiedenen Orten mit Simultanprojektionen und Überblendungen zu einer spannenden und aufwendigen Videoperformance zusammengefügt. Dabei sind sowohl reine Soundstücke im 2 - 5 Kanalton (Dolby 5.1) zu hören, als auch 1-fach bis 3-fach Projektionen zu sehen.

u.a. sind folgende Künstler beteiligt:

Claude Lelouche, Jörg Lindenmaier, The Kills, Eva Teppe, Eva Keil, Aleksander Cigale, Christian Aberle, Ulrike Flaig, Nele Wohlatz, Michaela Schweiger, Christian Keinstar, Tessa Knapp/Jacob Kirkegaard, Georg Schütz, Peter Simon, Jacub Dvorsky


e b e n e + 1 4

1. Alexander Cigale, Julia Pfeiffer, Malte Kaun (Berlin):
Titel: Metaphysik
Jahr: 2000
Länge: 5 Min

Metaphysik I zeigt uns die Geheimnisse der Schwerkraft und das Geheimnis der Levitation. Es gilt, dass ein Mann eine Hummel sein kann, dass es möglich ist, die Anziehung, die uns bindet, zu überwinden. Exponiert als weißer Unschuldsengel schwingt sich der Reiter der Lüfte zu einer Reise über das Brachland urbaner Bebauungslücken.
Die Überwindung der Kräfte, die den Körper am Boden halten kostet Energie, dafür bietet Masse keinen Grund mehr die Fallbeschleunigung zu fürchten. Das Gravimeter zeigt auf null. Die Reise beginnt. Hände bleiben unbenutzt, die Verwandlung schreitet fort und eine neue Ordnung in der Bewegung verschafft sich ihren Raum.

2. Christian Aberle (Köln):
Titel: Areal
Jahr: 2005
Länge: 2:03 Min.
Sound: Aleksander Cigale

Areal setzt sich aus den Fragmenten mehrerer Handlungsabläufe zusammen. Es ist nicht wichtig, warum etwas geschieht und was daraus folgt. Es ist wichtig, dass etwas geschieht und warum man es sieht. Was man wahrnimmt und weshalb es auf diese Art präsentiert wird, hängt direkt vom Herstellungsprozess ab. Als Ausgangsmaterial wurden Einzelbilder aus dem Internet verwendet. Die Entscheidung, Videofilme zu produzieren, ohne sich gefilmten Materials zu bedienen, wirft folgende Frage auf: Wie können wenige Einzelbilder zu glaubwürdigen Bewegungsabläufen verknüpft und in einem zeitlichen Ablauf adäquat platziert werden? Zunächst offenbart der Monitor reines Schwarz, aus dem sich ein weiträumiges, metallisches Geräusch dehnt. Es wiederholt sich und stößt in ungleichmäßigem Rhythmus auf scharfe Zischlaute, wirkt Puls beschleunigend. Einige Sekunden lang bildet das Schwarz lediglich eine Fläche. Bis ein Blitz einen schwarz gekleideten Mann erhellt, der sich zum Betrachter hin bewegt. Kaum ist er erschienen, verschwindet er wieder im Dunkel, das nun ein Ort ist. "(...) Die Bewegung besteht sicht-lich im Übergang von einem Punkt zum anderen und folglich im Durchlaufen eines Raums. (...)“, so Henri Bergson in "Materie und Gedächtnis“.
Immer wieder zeichnen Blitzstrahlen Körper ins Dunkel. Ein letztes Aufblitzen schickt einen nicht zurück ins Schwarz, sondern auf eine Wiese die zunehmend im Nebel verschwindet. Eine gespitzte Armbewegung katapultiert den Betrachter in gleißend helles Licht.
Was geschehen ist bleibt dahingestellt. Allerdings ist es nicht unangebracht, das Schwarz, die Wiese und das Weiß für den immer gleichen Ort zu halten. Eine Land-schaft, die sich mit ihren Protagonisten ins Gegenteil verkehrt hat. "(...) Ich dachte an den unendlich stillen, verlassenen Ort und ich dachte an die Götter aus gebranntem Lehm, (...), mit erhobenen Fingern und auf ewig

3. Eva Keil (Paris)
Titel: 12 Inches
Jahr: 1999 / 2000
Länge: 10:13 Min

September 1999 in New York. Ich spreche fremde Personen an und frage sie, ob ich ihr Gesicht als Videoporträt filmen kann. Nach 1-2 minütigem Gespräch beginne ich mit der Aufnahme. Hintergrund der Videoaufnahme bildet der Ort an dem ich die Personen anspreche. Es sind ruhige Orte, wie Bibliotheken, Internetcafés, Parkwege oder Nagelstudios. Diese Arbeit verfolge ich in vier weiteren Städten, Frankfurt, Berlin, Konstanz und Karlsruhe, bis März 2000. Für die Aufnahme halte ich in meiner rechten Hand eine Videokamera. Durch den Sucher blicke ich auf das Gesicht meines Gegenübers. Die Kamera ist etwa 30 cm von seinem/ihrem Gesicht entfernt. Mit meiner linken Hand messe ich diese Distanz, bis meine Finger das fremde Gesicht berühren. Diese Berührung sehe ich durch die Kamera während mein Gegenüber meine linke Hand sieht und spürt. Die gefilmte Person sucht den Blick eines Gegenüber im Objektiv der Kamera. Das Video ist die Aufzeichnung dieser Kontakte. Gefilmt habe ich mit einer festen Focuseinstellung, Hi-8 Videokamera (NEW YORK) sowie MiniDV-Kamera (FRANKFURT, BERLIN, KONSTANZ und KARLSRUHE). Die Videoaufnahmen sind weder in Ton noch im Bild nachbearbeitet. Es gibt harte Schnitte zwischen den einzelnen Porträts.

4. Peter Simon (Köln)
Titel: Erdbeere 03
Jahr: 2006
Länge: 4 Min

Eine sture Person in einer sturen Welt. Das sich drehende Hamsterrad kann man nicht mit dem Kopf durch die Wand voran verlassen.Eine andere Strategie, eine andere Person ist notwendig, die eine neue Idee mitbringt. Ein einfaches Marmeladenbrot tut aber auch seine Wirkung.

5. Michalea Schweiger (Berlin)
Titel: Zurück in die Stadt von morgen
Jahr: 2005
Länge: 23 Min

In dem Film "Zurück in die Stadt von morgen“, führen unterschiedliche Personen in minimalistischen Geschichten durch das Hansaviertel, das 1957 als "Stadt von morgen“ gebaut wurde. Dabei verweben sich Zustandsbeschreibungen, Rückblicke auf die Utopien der Architekten und Ausblicke auf zukünftige Lebensperspektiven. In der Kulisse der Bauten bekannter Architekten verdichten sich grosse Utopien, Verweise auf zeitgeschichtliche Ereignisse und alltägliche Geschichten zu einem fragmentarischen Portrait von 50 Jahren Zukunft. Much as in a relay and through a series of minimalist cameos diffrent people take the lead through the Berlin Hansa Quater, a neighbourhood built in 1957 as the city of tomorrow. Official state descriptions merge with reviews of the utopia of the architects and future life prospects. Great utopia is referenced to chronicle happenings and stories of everyday life which are played out against a backdrop of the buildings of popular architects and become a portrait of the quater and its inhabitants.

6.Christian Keinstar (Köln)
Titel: Liberty Enlightening the World (Videoperformance)
Jahr: 2006
Länge: 8 Min

7. Georg Schütz (Köln)
Titel: The last Magnolia
Jahr: 2006
Länge: 2 Min

Drei Männer finden die vielleicht letzte Magnolie des Jahres 2006. Handys und Fotokamera werden gezückt, um sich, den jeweils anderen und die Blüte abzulichten, Gelächter und dann ein Bier trinken gehen.

8. Eva Teppe (Stuttgart)
Titel: 15 Metre (super 8 auf DVD)
Jahr: 2002
Länge: 3 Min

9. Matthias Schwelm (Stuttgart)
Titel: Ku mund ta gjej (Statujen) Enver Hoxha?
Wo ist (die Statue) Enver Hoxha´s?
Jahr: 2006
Länge: 23 Min

Seit 1992 klafft im Zentrum von Tirana eine Wunde. Wo einst die Bronzestatue des stalinistischen Diktators Enver Hoxhas 10m in den Himmel ragte, steht heute noch einmal im Jahr der städtische Weihnachtsbaum. Das Volk hat den Helden von damals verschwinden lassen. Und zwar so gründlich, dass keiner mehr genau weiß wohin... Mein Film ist der nicht-wissenschaftliche Versuch den Menschen und ihrer Erinnerung ein bisschen auf die Sprünge zu helfen.

10. Christian Aberle (Köln)
Titel: Sloughi
Jahr: 2005
Länge: 2:25 Min.
Sound: Aleksander Cigale

Aus Weiß dringt ein Sound. Ein verzerrter, entmenschlichter Ton breitet sich aus. Dringt tief in den Körper, macht Klaustrophobie und Paranoia. Das Wesen erscheint und es führt Bewegungen aus. In Loops. Einzelbilder unterschiedlicher Sloughis in Reihung generieren einen sich farblich dauernd verändernden orientalischen Spür-hund. Der Hintergrund bleibt weiß, nur der schwarzweiße, zum Taxidermie-Sloughi gehörige Bildraum pulsiert endlos.Das Rennen, Zucken, Drehen des Tiers rückt es nur scheinbar von der Stelle. Vielmehr bleibt es in einer Ausdehnung von 720 x 576 Pixeln befangen. Generiert einen Raum, der sich um das Objekt bewegt, keine lineare Bewegung im Raum. Hinten erscheint schließlich der Stalker pink, rot, blau, grün, violett. Für 32 Frames. Verschwindet in das Weiß, dem die gehetzte Kopf-drehung gilt. Die Leine ragt in die Leere, aus ihr fasst die Hand die Kehle. "Just because you´re paranoid that doesn´t mean there´s nobody following you. (Blurt)“

11. Jörg Lindenmaier (Berlin)
Titel: Löwenstein
Jahr: 1999
Länge: 10 Min

12. Colette Copeland (Media, Pennsylvania)
Titel: The Normal
Jahr: 2005
Länge: 5:35

In the wake of 9/11, the American communal sense of security and refuge ruptured. Fear escalated throughout the nation. The seemingly disparate video images devoid of human presence are scenes from my daily travels. Appearing ordinary at first glance, an underlying tension punctures the surface calm. Beautiful in its luminosity with billowing smoke, the Sunoco refinery presents a paradox of potential danger as a terrorist target and as an environmental polluter. Death permeates the images, manifesting itself in a natural cycle and as a result of human intervention. The video addresses the "New Normal“ in an age of consumerism, industry, and Homeland Security.


V A T T E N F A L L

1. Tessa Knapp/ Jacob Kirkegaard (Köln)
Titel: Filament
Jahr: 2006
Länge: 8 Min

Entstanden für die Rauma Biennale Balticum 2006. Das Atomkraftwerk Olkiluoto in Finnland wird derzeit um Europas größten Reaktor erweitert und liegt umgeben von einem dichten Märchenwald. Die Arbeit verwendet Soundmaterial, welches innerhalb des Atomkraftwerkes mit Kontaktmikrofonen abgenommen wurde und Bildmaterial, welches außerhalb mittels fotografischer Langzeitbelichtungen in der Natur aufgenommen wurde. Aus der Stille entwickelt sich der Ton, aus dem Schwarz das Bild, beide als ebenbürtige Partner und Kontrahenten, sich gegenseitig evozierend, ablösend aber auch gemeinsam wirkend. Was auf den kurzen Blick etwa als Standbild-Projektion entschlüsselt werden könnte, zerdehnt sich, entwickelt sich teilweise fast unmerklich, das Bild nach und nach für den Betrachter verschwimmend. Graduell morphen einzelne Elemente des »Stills« in einem Zustand ständiger Vibration, ändert es seine Konsistenz, suggeriert wandernde Blickpunkte, unbestimmbare Ebenen und fiktive Raumangebote. Ursprünglich bezog sich der Begriff „Filament“ auf organische Strukturen, vor allem von Bäumen. Im Zuge der technologischen Entwicklung bezieht man ihn jedoch zunehmend auf von Menschen kreiierte Gebilde.

2. Nele Wohlatz (Karlsruhe)
Titel: Medea & Die Illegalen
Jahr: 2005
Länge: 35 Min

Bürger, Fischer, Polizisten, Tourismus und Migration, die Grenze Mittelmeer und das Lager. Eine Dreikanal-Videoinstallation zu Identität und Grenzen Europas. Auf drei Leinwänden, die im Halbkreis zueinander hängen, monologisieren jenseits des hysterischen Tagesschau-Hypes dokumentarische Erzähler über ihren Alltag inmitten des sizilianischen Urlaubs- und Grenzgefüges. In immer gleicher Position zentral ins Bild komponiert, werden die existentiell Betroffenen zu Stellvertretern für ein strukturelles Problem, ihre Umräume werden zu Bühnen. Die Grenze erscheint fragmentiert, und je nach eigenem Standpunkt wirkt das Meer erholsam oder lebensbedrohlich. Die Erzählung von Medea als archetypischer Exilantin spannt einen Bogen vom Beginn der Demokratie in die Gegenwart.

3. Ulrike Flaig (Berlin)
Titel: Vom Hang der Kreatur zum Minimalistischen
Jahr: 2006
Länge: 11:20 Min
Was ist Minimalismus?

Im Kunst-Kontext weiß jeder, da geht’s um ganz einfache, reduzierte Formen und Strukturen. Aber, was hat das mit dem wirklichen Leben zu tun? Im folgenden sehen Sie 3 Videos, je 11 Minuten, die alle gleichzeitig gezeigt werden. Die Künstlerin geht der Frage nach: Warum bloß konzentrieren sich alle Lebewesen bei freier Wahl der Möglichkeiten immer auf die selbe?

4. Claude Lelouche (Paris)
Titel: C‘était un rendez-vous
Jahr: 1976
Länge: 9:30 Min

C‘était un rendez-vous (Es war eine Verabredung) ist ein Kurzfilm, der eine legendäre, vollkommen irrsinnige, alle Verkehrsregeln (einschließlich roter Ampeln) mißachtende Autofahrt durch Paris um 5 Uhr 30 in der Früh zeigt. Dieses Beispiel des cinéma vérité besteht nur aus einer einzigen ungeschnittenen Filmsequenz. Die Kamera war an der Stoßstange eines Ferrari 275 GTB befestigt. Die Länge des Films war durch die maximale Länge des verfügbaren 35 mm Materials auf des Filmspule der benutzten Kamera auf unter 10 Minuten begrenzt. Die Spitzengeschwindigkeit des Ferrari betrug nach Aussage Lelouches etwa 200 km/h.

5. The Kills (London)
Titel: No wow
Jahr: 2005
Länge: 4:47 Min

"Wir sind The Kills, nicht die Killer. Aber das Ding, das getötet wird. Wie Roadkill. Wir sind einfach zwei kleine Kills“, antwortet Jamie, der Drummer, Gitarrist und Sänger dieses Retro-Duos 2003 auf die Frage nach dem Ursprung ihres Bandnamens. An diesen Sätzen merkt man schon, dass hier genau das im Spiel ist, was den Hype um die "The“-Bands ausmacht: (viel) Drogen, laute Musik und zerrissene Kleidung.

6. Jörg Lindenmaier (Berlin)
Titel: Impression #1
Jahr: 2001
Länge: 25 Min

7. Jakub Dvorsky (Prag)
Titel: Plantage
Jahr: 2004
Länge: 4:14 Min

"Plantage“ is music video which created Jakub Dvorsky (Amanita Design) in 2004 for Danish band Under Byen. It was created both for online web screening in Flash format (URL: http://samorost2.net/plantage) and TV screening (MTV, DR1).

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